Archiv für die Kategorie „ISOC.DE“
Privatsphäre ist ein Grundrecht
In all dem Lärm mit Blamagen, Skandalen und viel Schönreden tut es gut, Meinungen zu hören, wie es denn richtig sein sollte: die Balance zwischen dem Recht an den eigenen Daten und berechtigten Interessen von Staaten – zum Beispiel aus Gründen der Sicherheit oder der Strafverfolgung. Bereits bevor Prism&Co in das Licht der Öffentlichkeit rückte, hat eine Gruppe aus Datenschutzorganisationen und Experten aus den Bereichen Justiz, Politik und Technologie begonnen ein Papier zu diesem Thema zu entwickeln. Grundlage des Papiers ist die Erkenntnis: „Privatsphäre ist ein Grundrecht, das wesentlich ist für den Erhalt von demokratischen Gesellschaften. Es ist grundlegend für die menschliche Würde und verstärkt andere Rechte, wie Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit, und es ist nach internationalen Menschenrechtsgesetzen anerkannt“. Am 10.7.2013 wurde das Ergebnis auf Necessary & Proportionate in vielen Sprachen (u.a. in einer deutschen Fassung) vorgestellt. Es beschreibt die Grundsätze nach denen bei einer Überwachung verfahren werden soll, insbesondere deren Voraussetzungen, die begleitenden Maßnahmen und der Schutz der erhobenen Informationen.
Organisationen in aller Welt wurden aufgefordert, die Grundsätze zu unterstützen, um eine möglichst breite Wirkung für einen besseren Datenschutz zu erzielen. ISOC.DE ist dieser Aufforderung gefolgt und hat die Grundsätze unterschrieben.
Netzneutralität und die neuen DSL-Tarife der Telekom AG
Es verletzt keineswegs die Netzneutralität, wenn die Telekom ab einem bestimmten monatlichen Datenvolumen die Übertragungsrate bis nahezu zur Unbrauchbarkeit reduziert. Das ist ihr gutes Recht, es ist auch keineswegs unfair, denn für mehr Verbrauch mehr zu berechnen, ist eine gängige und akzeptable Praxis.
Tim Berners Lee, der Erfinder des World Wide Web, hat Netzneutralität einmal so definiert: „If I pay to connect to the Net with a certain quality of service, and you pay to connect with that or greater quality of service, then we can communicate at that level.“ („Wenn ich zahle, um mich mit dem Netz mit einer gewissen Qualität des Dienstes zu verbinden, und Du zahlst, um Dich mit der gleichen oder einer besseren Qualität des Dienstes zu verbinden, dann können wir mit dieser Qualität kommunizieren.“). Netzneutralität heißt also, dass, nachdem eine Qualität vereinbart ist, es keine Rolle mehr spielt, wer mit wem – oder welchem Dienst – kommuniziert; das Netz sollte bezüglich der vereinbarten Dienstgüte neutral sein. Ist das bei den neuen DSL-Tarifen der Telekom der Fall? Diesen Beitrag weiterlesen »
„Wer macht das Internet?“ findet großes Interesse
Über 50 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung „Wer macht das Internet?“ der ISOC.DE teil. Es ging um die Frage, in welchem Rahmen die Entwicklung neuer Standards – aber damit auch neuer Funktionen und Regeln – für das Internet stattfinden sollte. Gleich in seiner Eröffnungsrede erteilte Hans-Joachim Otto, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, allen Versuchen, das Internet unter stärkere politische und staatliche Kontrolle (z.B. durch die ITU) zu bringen, eine Absage. Die Bundesregierung setze sich international für ein freies und Offenes Internet ein.
Stefan Krempl hat im Heise Newsticker einen recht ausführlichen Bericht über die Veranstaltung veröffentlicht. ISOC.DE wird alle verfügbaren Dokumente zur Veranstaltung in den nächsten Tagen auf der Veranstaltungsseite online stellen.
[Update 19.4.2013]: Einen ebenfalls sehr lesenswerten Artikel über die Veranstaltung (in Englisch) hat Monika Ermert auf IPWatch veröffentlicht.
Diskutieren Sie mit: „Wer Macht das Internet?“
Im Juli-August trifft sich die IETF in Berlin. Das nimmt ISOC.DE zum Anlass ein Informations- und Vorbereitungstreffen am 17.04.2013 im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin zu veranstalten. Auf diesem Treffen sollen die Frage diskutiert werden, wer eigentlich tatsächlich das Internet „macht“ und wem damit welche “Macht” zuwächst.
Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Veranstaltungsseite.
3. HTML5-Tag angekündigt
Das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums (W3C.DE/AT) kündigt seinen dritten HTML5-Tag an. Die Veranstaltung findet am 9. April 2013 in der Technischen Universität München in Garching statt. Wie die anderen HTML5-Tage wird auch dieser von ISOC.DE unterstützt. ISOC.DE Mitglieder zahlen den reduzierten Teilnehmerbeitrag. Nähere Informationen in der Ankündigung.
