Archiv für die Kategorie „ISOC.DE“
ISOC.DE beim Deutschen Internet-Governance-Forum
Am 12. April wird das 3. Internet Deutsche Governance Forum (IGF-D 2011) in Berlin stattfinden. Das IGF-D ist Deutschlands Beitrag zur Ausgestaltung und Vorbereitung des 6. Internet Governance Forums der Vereinten Nationen im September in Nairobi und findet veranstaltungstechnisch günstig am Vorabend der Blogger-Konferenz re:publica statt. Damit werden auch zahlreiche Politiker erwartet.
Die 3 Hauptpanels beschäftigen sich mit den Themen
- Freiheit, Sicherheit und Verantwortung im globalen Kontext
- Wirtschaftliche, bürgerrechtliche und technische Anforderungen an eine globale Infrastruktur: Grundversorgung und Daseinsvorsorge, Recht auf Anonymität, Netzneutralität und die Einführung von IPv6
- Multistakeholderism und die Politik
Als Experte für technische Fragestellungen im zweiten Panel ist ISOC.DE Vorstandsvorsitzender Hans Peter Dittler geladen, Vorstandsmitglied Dirk Krischenowski ist Moderator des Panels, auf dem u.a. auch die Vize-Präsidentin der Bundesnetzagentur, Dr. Iris Henseler-Unger, und Annette Mühlberg, Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des deutschen Bundestages vertreten sind.
ISOC.DE unterstützt die Veranstaltung auch aktiv in der Organisation. Zum Thema Internet-Governance hat Prof. Wolfgang Kleinwächter gerade einen sehr guten aktuellen Artikel auf Telepolis veröffentlicht.
Deutsch-Österreichisches W3C Büro eröffnet bei der DFKI
Das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortuims (W3C) ist umgezogen. Nach fast 2 Jahren an der Fachhochschule Potsdam wird das Büro künftig beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geführt. Aus diesem Anlass veranstalten W3C und DFKI am 10.2.2011 eine Konferenz in Berlin. Als Sprecher werden u.a. Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (Vorsitzender der Geschäftsführung DFKI) und Dr. Jeff Jaffe (CEO W3C) erwartet.
ISOC unterstützt W3C bei der Erarbeitung offener Standards für das WWW mit 2,5Mio US$ in den Jahren 2009-2011. Mehr zu W3C und ISOC.
Top, Flop oder Bauernfängerei?
Seit letztem Freitag steht er zum Download bereit: X-Pire, der Radiergummi fürs Internet – naja ein erster Schritt dazu. Aber schon das Bild vom Radiergummi ist schief: im Internet sind weniger die nicht mehr geliebten Dokumente das Problem sondern die Kopien! „Digitaler Radiergummi“ ist ein Begriff, den die Politik – in diesem Fall Bundesinnenminister Thomas de Maizière – medienwirksam erfunden hat.

Aber das ist den Autoren unter Leitung von Prof. Dr. Michael Backes, dem Projektleiter von X-Pire, natürlich auch klar. Und so ist X-Pire eher ein Selbstvernichtungsmechanismus. Die Idee: alle mit einem Verfallsdatum versehenen Dokumente werden so verschlüsselt, dass sie nur gemeinsam mit ihrem Schlüssel geöffnet werden können. Wird das Dokument kopiert, so benötigt auch die Kopie den Schlüssel. Am vereinbarten Datum wird der Schlüssel vernichtet – und weder das Dokument noch seine Kopien können weiter gelesen werden. So weit das Konzept.
Nicht unerheblich allerdings was Kritiker anmerken – und die technisch orientierte Presse ist überwiegend kritisch:
- die Annahme, dass Kopien verschlüsselt sind, ist eher wirklichkeitsfremd. Ein simpler screen shot reicht zum anfertigen einer unverschlüsselten Kopie,
- die Bilder, die die Privatsphäre bedrohen – ausgelutschtes Beispiel: alte Partybilder auf Facebook – , haben meist andere aufgenommen und ins Netz gestellt. X-pire attackiert also ein Problem, das so kaum existiert,
- der Schlüssel ist unzureichend gegen kopieren geschützt,
- der Zugriff auf den Schlüssel legt eine neue – eigentlich überflüssige – Datenspur im Internet,
- das zum Schutz vor automatischem Schlüsselkopieren eingesetzte Captcha-Verfahren behindert im wesentlichen den Benutzer und nicht wirklich den Angreifer,
- …
So bewegen sich die Beurteilungen zwischen „Höchster Datenschutz made in Deutschland“ (Aigner) und „Zum Vergessen“ (Kontrapunkt auf Netzpolitik.org). Während Hartmut Danisch in einem recht breiten Artikel das Verfahren akribisch seziert, ist Andy Müller-Maghun vom Chaos Computer Club ironisch distanziert staatsmännisch: „Ich möchte nur ungern eine technische Lösung abnicken, die bei Leuten nicht greift, die es nicht gut meinen.“
Auf jeden Fall ist Prof. Backes eins gelungen: er hat reichlich Aufmerksamkeit erregt. Und immerhin hat sich inzwischen die Scheer Group GmbH an der X-pire GmbH beteiligt Ob das alles reicht, um auch nur einen kleinen Teil der „99 Prozent der Bevölkerung“, für die das Produkt laut Backes sinnvoll ist, zu überzeugen, ist fraglich. Immerhin will die Firma X-Pire für die Nutzung stolze 24€(-1¢) pro Jahr.
ISOC.de History Project
Vor etwa 30 Jahren begann die Geschichte des Internets in Deutschland. 30 Jahre, in denen sich für viele das Privat- und Geschäftsleben stark veränderte. Das ISOC.de History Project fokussiert besonders den Beginn des deutschen Internets von 1980 bis etwa 1992 (als das Web begann). Welche Ereignisse trugen maßgeblich zum Erfolg des Internets in Deutschland bei? Welche Visionen und Ideen standen dahinter? Welche Schwierigkeiten mussten überbrückt werden? Welcher Akteur beeinflusste wie das Geschehen? Im Verlauf des Projektes sollen viele versprengten Informationen und Dokumente zusammengetragen und ausgewertet werden. Eine reine Datensammlung ist jedoch nicht das Ziel. Interessante und vielleicht auch spannende Gespräche mit den beteiligten Akteuren sollen dabei helfen, Hintergründe zu erschließen und individuelle Sichtweisen auf die Historie zu vermitteln. Wir werden versuchen, die Akteure der Entwicklung – Personen und Institutionen – zu finden und zu befragen.
Die Projektleitung hat Julia Brümmer, eine Historikerin mit journalistischer Erfahrung. Sie soll für Verständlichkeit und genügend Distanz von einer rein technischen Betrachtung der Resultate sorgen.
ISOC.DE beim IGF in Vilnius
Auf dem Internetgipfel der Vereinten Nationen, dem Internet Governance Forum (IGF) in Vilnius, Litauen, hat sich das ISOC Executive Committee (ISOC-ECC Annual General Meeting, AGM) heute getroffen. Unter Vorsitz von Christopher Wilkinson (Chair, ISOC-ECC) wurden dabei folgende Themen besprochen:
- Review des IGF Prozesses und der ISOC Teilnahme
- Internet Richtlinien in der Europäischen Union
- Netzneutralität und Offenes Internet
- Prioritäten bei ISCO-ECC
Aus deutscher Sicht berichtete ISOC.DE Vorstand Dirk Krischenowski über die erfolgreiche Einbringung des deutschen Chapters in den IGF-Prozess auf deutscher Ebene und die Teilnahme zahlreicher deutscher Teilnehmer beim IGF in Vilnius.
