Archiv für die Kategorie „ISOC.DE“
Neuer Verein „Digitale Gesellschaft“ gegründet
In der letzten Woche stellte sich in Berlin auf der re:publica der Verein „Digitale Gesellschaft“ vor und erhielt ein großes Echo in der Online Presse u.a.: „Digitale Gesellschaft“: Eine Lobby für Nutzerrechte in der digitalen Welt, Initiative „Digitale Gesellschaft“: Wie unsere Netzaktivisten sein sollten und „Digitale Gesellschaft“: Schöne Grüße, Ihre Internet-Lobby. Als Vorbild nennt der Verein Gruppen wie Campact.de, Greenpeace oder Lobby Control.
Laut eigener Aussage will der Verein eine kampagnenorientierte Initiative für eine bürgerrechts- und verbraucherfreundliche Netzpolitik schaffen. Hierfür werben die Gründer massiv um aktive und finanzielle Unterstützung – nicht aber um Vereinsmitglieder. So rief der eigentlich lobenswerte Ansatz auch gleich Kritiker und kritische Fragen auf den Plan. Diese Kritik betrifft insbesondere die Transparenz des Vereins selbst und die Unklarheit darüber, wie die Entscheidungsstrukturen aussehen. Dankenswerterweise hat der Verein viel von der Kritik in seinem FAQ aufgegriffen, wenngleich das nicht jede Kritik entkräftet. Auf jeden Fall stellt „Digitale Gesellschaft“ einen interessanten Ansatz dar, der konsequent digitale Errungenschaften (z. B. Blogs und Microblogs, soziale Netze, Mitmachinternet, …) zur Unterstützung und Stärkung seiner Arbeit nutzen will.
ISOC.DE als Sponsor des IGF-D
Am gestrigen 12. April fand das diesjährige Vorbereitungsmeeting (IGF-D) für das Internet Goverance Forum (IGF) der Vereinten Nationen im September in Nairobi statt. ISOC.DE beteiligte sich bei der Organisation und als Sponsor des mit über 120 Teilnehmern sehr gut besuchten Meetings. ISOC.DE Vorsitzender Hans Peter Dittler nahm als technischer Experte auf dem von ISOC.DE Vorstand Dirk Krischenowski moderierten Panel mit dem Titel „Wirtschaftliche, bürgerrechtliche und technische Anforderungen an eine globale Infrastruktur: Grundversorgung und Daseinsvorsorge, Recht auf Anonymität, Netzneutralität und die Einführung von IPv6“ teil. Diesen Beitrag weiterlesen »
Start des gTLDs-Verfahrens in Sicht
Nachdem in der gesamten Konferenzwoche des 40. ICANN-Meetings in San Francisco kaum Fortschritte zu den neuen Top-Level-Domains zu sehen waren, fand zum Abschluss des ICANN-Meetings eine Sitzung der ICANN-Direktoren statt, auf der u.a. die Einführung von .xxx (Bewerber aus der Runde aus 2004) und die Verabschiedung der neuen Top-Level-Domains auf der Agenda stand. Beschlossen wurde:
1. .xxx ist zugelassen worden (http://www.icann.org/en/minutes/resolutions-18mar11-en.htm#5). Damit zeigt ICANN, dass sie sich an die selbst aufgestellten Prozesse halten können. Das ist insbesondere für neue Top-Level-Domain Bewerbungen ein wichtiges Signal.
2. Die Einführung neuer TLDs hat nun wieder eine Zeitplanung, das Ende ist kurzfristig in Sicht (http://www.icann.org/en/minutes/resolutions-18mar11-en.htm#3):
- 20.5. Besprechung letzter offener Punkte zwischen Regierungen und ICANN
- 30.5. Veröffentlichung letzte Version des Bewerberhandbuch, letzte Kommentierungsphase
- 20.6. Außerordentliches Treffen der ICANN-Direktoren auf dem ICANN-Meeting in Singapore. Auf diesem Meeting soll das Bewerberhandbuch besprochen werden, wir gehen von einer Freigabe aus.
Nach Meinung der meisten ICANN-Direktoren und Regierungsvertretern ist klar geworden, dass dieser Termin steht. Von daher sollte mit dem Bewerbungsfenster Ende Oktober 2011 gerechnet werden.
INET in Frankfurt ein Erfolg
Wie bereits angekündigt fand an 23. Februar die INET Konferenz von ISOC und ISOC.DE in Frankfurt statt.
Hans Peter Dittler, Vorstandsvorsitzender ISOC.DE und Frederic Donck, Leiter des Europa-Büros der Internet Society begrüßten etwa siebzig Teilnehmer, die sich im Intercontinental eingefunden hatten.
Auf der Konferenz standen „Gefahren, Herausforderungen und Chancen des Internet“ im Mittelpunkt. Im ersten Block ging es hauptsächlich um die Wechselwirkungen Internet/Politik/Gesellschaft. Rick Falkvinge von der Schwedischen Piratenpartei stellte in seinem Vortrag die These auf, dass die Herausforderungen für das Internet der Zukunft eher gesellschaftlich/politischer als technischer Natur seien. Ein offenes und transparentes Internet würde auch mehr Transparenz in der Politik schaffen, was von dieser nicht immer gewünscht sei. Sabine Dolderer, Vorstandsmitglied von DENIC, erinnerte daran, dass das Internet mittlerweile global sei. Sie schilderte die Mühen, das Domain Name System, dieser Tatsache dadurch anzupassen, dass man Domainnamen in allen wichtigen Schriften und Sprachen unterstützt. Diesen Beitrag weiterlesen »
DIN 66274 schafft mehr Klarheit bei Internetzugängen
An immer mehr Plätzen findet man heute Internetzugänge. Zuhause, im Betrieb aber auch in Hotels, Gaststätten und Flughäfen werden solche Zugänge mit wechselndem Funktionsumfang und Zugangstechniken angeboten. Für den Benutzer wird es immer schwieriger, sich in dem Wust von Angeboten zurecht zu finden. Jeder Provider behauptet wortreich, dass er „Internet“ anbietet, und preist die Vorzüge seines Angebots mit einem Wust an verwirrenden Begriffen an.
Der Sonderausschuss NA 043 BR-02 SO „Internet-Zugänge – Begriffe und Klassifikation“ des DIN hat sich dieses Problems in der Norm DIN 66274 angenommen. Sie gibt eine abstrakte Darstellung der Funktionselemente von Internet-Zugängen und deren Zusammenspiel, um dem Benutzer zu erlauben einen für seine Anforderungen geeigneten Internet-Zugang auszuwählen. Im ersten Teil der Norm (DIN 66274-1, seit 2008 verfügbar) werden grundlegende Begriffe zum Thema Internet-Zugang festgelegt. Basierend hierauf wird in einem weiteren Teil (DIN 66274-2, noch in Arbeit) eine Klassifikation von Internet-Zugängen vorgenommen. Unterschiedlichen Klassen werden technische Merkmale und Mindestanforderungen geordnet. Hieraus ergibt sich ein System aus Leistungs- bzw. Funktionsklassen.
ISOC.DE arbeitet im NA 043 BR-02 SO mit und ist an der Erstellung der Norm beteiligt.
